Artikel in der Neue Osnabrücker Zeitung





      14.03.2008

-

Rundum Osnabrück


Für ein gutes Hundeleben
lea Wallenhorst.


Einen kulleräugigen Rassehund zum Schnäppchenpreis? Möglich machen dasVermehrerstationen. Doch die Ersparnis geht auf Kosten der Hunde: "DieTiere werden dabei als Sache betrachtet", sagt die Tierschützerin JenniferRegenbrecht. Die Wallenhorsterin sieht hier das Veterinäramt in der Pflicht."Wir gehen allen Hinweisen nach", sagt Dr. Günter Fischer,Abteilungsleiter für Tierseuchenbekämpfung und Tierschutz bei der Behörde inOsnabrück.

Seit  2 Jahren ist die44-jährige Altenpflegerin Pflegestelle für Zuchthunde aus Vermehrerstationen.Zu aktiven Tierschützern wurden die Regenbrechts durch ihren Familienhund, denGolden Retriever Bille. Dieser stammt von einer Zuchtstation in Holland."Bille war vier Monate alt, als der Tierschutz sie dort entdeckte",sagt Regenbrecht. Damals wog der Welpe nur 3,7 Kilogramm, hatte kaum Fell, Liegeschwielen,Wurmbefall und eine Fehlstellung der Beine.

"Auf den Zuchtstationen werden die Hunde gehalten wie die Hühner in derLegestation", ärgert sich die bekannte von Frau Regenbrecht. In dunklenZuchtboxen, zwei auf zwei Meter, würden die Retriever auf kalten Betonbödendahinvegetieren. "Dort werden sie dann als Gebärmaschinenmissbraucht", sagt sie. Das Ziel: die billige Produktion von Rassehunden.

Einen Retriever bekommt man da schon einmal ab 200 Euro statt der regulären1000 und mehr. Das vermeintliche Schnäppchen kann jedoch teuer werden:"Die Zuchthunde werden weder auf Krankheiten untersucht noch erhalten sieImpfungen", sagt die Hundehalterin. Nicht selten seien daher die Welpendurch schlechte Haltung oder Vererbung krank und im Verhalten auffällig.

In Holland, in Belgien, in Frankreich, aber auch in Deutschland gibt es lautRegenbrecht solche Zuchtstationen. "Sie alle bewegen sich im rechtlichenRahmen, nur ist dieser nicht gleichzusetzen mit artgerechter Haltung",sagt sie. Denn nicht nur die kleinen Welpen litten dort. Die Muttertiere würdenein- bis zweimal im Jahr gedeckt, in vielen Fällen sogar ein drittes Mal, waserst durch eine Hormonspritze möglich werde. "Wenn die Hündinnen dannkeine Leistung mehr bringen, werden sie abgestoßen", sagt die Wallenhorsterin.

Sie wünscht sich, dass die verschiedenen Tierschutzorganisationen vermehrtzusammenarbeiten. Auch das Veterinäramt könnte ihrer Ansicht nach mehr tun:"Ich habe Fälle von nicht artgerechter Haltung bei Vermehrerbetriebengemeldet, aber es passiert nichts", bemängelt sie. "Der Betrieb wirdfür einige Zeit geschlossen und macht dann wieder auf."

Fischer sieht derzeit Zuchtstationen in und um Osnabrück nicht als großesThema. "Entscheidend ist jedoch, dass jeder Züchter, der mehr als dreiWürfe im Jahr hat, dafür nach dem Tierschutzgesetz eine Genehmigungbraucht." Rechtlich sei es daher möglich, Zuchtstationen zu schließen.

Bei Regenbrechts bleiben die traumatisierten Hunde bis zu einem halben Jahrin der Pflegestelle. Dann werden sie an Interessenten abgegeben. Die müssenjedoch bestimmte Kriterien erfüllen, damit es den Hunden in ihrem neuen Lebenauch wirklich besser geht: Haben die neuen Besitzer ausreichend Platz und Zeitfür den Hund? Ist ein Garten vorhanden? Wer ist die Bezugsperson? Fragen wiediese werden in einer Kennenlernphase geklärt, sagt Regenbrecht.

So hat auch die Retriever-Hündin Francis ihr neues Zuhause gefunden: BeiFreunden der Regenbrechts. "Als Francis zum ersten Mal in unserem Gartenherumtollen konnte, war es, wie wenn einer, der aus dem Gefängnis kommt, seineFreiheit genießt", erinnert sich Dirk Schröder. Über Vermehrerfarmenärgert sich der 38-Jährige maßlos: "Zu vielen Menschen ist einfach nichtbekannt, woher die günstigen Rassehunde kommen."

Doch woran erkennen Interessenten, ob Welpen aus guter Haltung kommen? Einsehr deutliches Zeichen ist laut Regenbrecht der Preis. Gehöre ein Züchter demVerband für das Deutsche Hundewesen (VDH) an, biete dies ebenfalls Sicherheit.Könne man den Hund wie im Katalog bestellen, oder würden Welpen an Autobahnenverkauft und übergeben, sei Vorsicht geboten. Dazu rät Regenbrecht auch beivielen Zeitungs- oder Internetanzeigen.

 

Information geben auch folgende Tierschutzorganisationen:


www.ausrangiert&abgeschoben.de




Zitat:

"Fischer sieht derzeit Zuchtstationen in und um Osnabrück nicht als großesThema. "Entscheidend ist jedoch, dass jeder Züchter, der mehr als dreiWürfe im Jahr hat, dafür nach dem Tierschutzgesetz eine Genehmigungbraucht." Rechtlich sei es daher möglich, Zuchtstationen zu schließen."


Leidermuß ich dieses kommentieren, denn ich weiß von einer Vermehrerin, diebei uns im Ort sogar mit Tierschutzhunden aus Spanien vermehrt und dasVetrenäramt bzw.Tierschutz unternehmen rein garnichts.

 




copyright © 2008 by J.Regenbrecht

Alle meine  Bilder unterliegen dem© copyrite bzw. Urheberrecht