Folgen durch unkontrollierte Zucht...


HD und ED sind die häufigsten Gelenkerkrankungen beim Hund...

HD-Hüftdysplasie bedeutet, dasdas Tier keine ausreichendausgebildeten Hüftegelenke hat ( oft fehlen dieHüftpfannen sogar ganz) undsomit durch die Bewegung Schmerzreize entstehen...

Optisch ist häufig ein leicht schaukelnder Gang zu beobachten, die Tierekommenschwer hoch und laufen sich mühsam ein, lahmen, leiden unter einergeringerenBelastbarkeit...

ED-Ellenbogendysplasie bedeutet das die Ellenbogengelenke miss- oderfehlentwickelt sind, sozusagennicht zusammenpassen, dies führt unweigerlich zueiner Erkrankung des Gelenks...

 HDund ED sind voneinander unabhängig, beideKrankheiten können einzeln oderzusammen auftreten.

Vor allem die größeren Hunderassen sind betroffen.
Wegen der Belastung durch die Körpermasse und der höherenStoffwechselintensitätwährend der Wachstumsphase ist das Skelettsystem dieserTiere anfälliger fürEntwicklungsstörungen, als das von kleineren Rassen.

Bei beiden Krankheiten tritt aber unweigerlich im Verlauf auch dieArthroseein...

Arthrose = als Arthrosebezeichnet man die Abnutzung des Gelenkknorpels,die Folge ist eine verformungdes Gelenks

durch breits "verformte" Gelenke wie bei HD/ED tritt siealsFolgeerkrankung auf...



Die Diagnosen treffen die Hundehalter meist völlig überraschendundunvorbereitet, ist ihnen doch in der Vergangenheit nichts an der BewegungihrerHunde aufgefallen...

Das hat natürlich Gründe. Zum Einen ist es für das ungeübte Auge fastunmöglichaus dem Gangbild des Hundes auf eine derartige Erkrankung zuschließen, zum anderen kündigen sich diese Erkrankungen schleichend an.
Meist ist es ein Vorfall, der den Hundehalter zum Gang zum Tierarztveranlaßt,weil der Hund plötzlich humpelt...
Ein Sprung von Sofa wo der Hund ungünstig aufgekommen ist oder eineVerrenkungin einem Spiel können ausschlaggebend sein, das der humpelde Hund (weil esnicht wieder nachläßt) beim Tierarzt geröngt wird.

Bei vielen Tieren wird die HD/ED erst sehr spät diagnostiziert, weil siesichnicht "bemerkbar" gemacht hat.

HD und ED lassen sich nur über einRöntgenbild diagnostizieren!

Bei Arthrose liegt der Fall ein wenig anders, je nach Sitz ist esdurchausmöglich, das der Tierarzt diese ertasten kann, da die Gelenke i.d.R.auch eineSchwellung sowie Verhärtungen aufweisen.

HD/EDsowie  Arthrosensind nicht altersabhängig und können jeden Hund treffen, auch junge Hunde bzw.Welpen.

 

 

 

DieDiagnose ist gestellt...

    
Noch vor vielen Jahren bedeutete diese Diagnose das Todesurteil für den Hund...
Nun, das ist heute alles ganz anders und Hunde mit diesenKrankheitsbildernkönnen ebenso sehr alt werden, wie gesunde Hunde.

Futterzusätze und Medikamente... bei  HD/ED

Futterzusätze die bei Gelenkserkrankungen unterstützen helfen...alleZusätzesollte zu 100% rein sein, um eine uneigeschränkte Wirkung zu erzielen.

Grünlippmuschelextract ( überwiegend bei Arthrose sinnvoll)

gewonnen wird das Pulver aus der Grünlippmuschel, die ihr VorkommeninNeuseeland hat...

Sinn und Zweck des Einsatzes dieses Präperates:

der Wikstoff Glukosaminglykane ( GSG) der in der Muschel ( nebeneinigenweiteren) vorhanden ist, verbessert den Stoffwechsel der nochvorhandenenKnorpelsubstanz und verzögert das Fortschreiten der Arthrose.


MSM (Methylsulfonylmethan )

ist eine organische Schwefelverbindung. Schwefel kommt im Körperhauptsächlichin Nägeln, Haaren und Knorpelsubstanz in hochkonzentrierter Formvor. MSMuntestützt aktiv den Stoffwechsel und regeneriertdieKnorpelmasse...angegriffene Knorpelmasse hat gerade mal ein drittel derSchwefelkonzentrationeines gesunden Knorpels.

 

Teufelskralle

Die Teufelskralle benötigt zwischen drei und sechs Wochen um dievolleHeilwirkung zu erzeugen. Das Indikationsspektrum von Teufelskralleumfasstdeshalb hauptsächlich chronisch-entzündliche Prozesse desBewegungsapparates,wozu auch in Studien untersuchte Erkrankungen wie durchSpondylosen (knöcherneZubildungen an den Wirbeln), chronisch-entzündlichePolyarthritis (PCP) oderder therapeutisch oft nur schwer zu erreichendeWeichteilrheumatismus (Fibromyalgie)gehören. Die stark bittere Wirkung derTeufelskralle stärkt und stimuliert auchdas Verdauungssystem. Da vielearthritische Beschwerden mit einer schlechtenVerdauung und einer mangelhaftenAufnahme der Nahrung verbunden sind, trägt dieanregende Wirkung der Pflanze aufMagensäure und Gallenproduktion zu ihrem Wertbei der Behandlung von Arthritisbei.

Bezugsquellen für alle Nahrungsergänzugen können bei mir erfragt werden.


Homöopathische/ pflanzliche Medikamente

Traumeel von Heel

Traumeel ist ein pflanzliches Schmerzmittel und wirkt bei VerletzungenwieVerstauchungen, Verrenkungen, Prellungen, Blut- undGelenkergüssen,Knochenbrüche, postoperative und posttraumatischeSchwellungszustände undWeichteilschwellungen. erner wirkt Traumeel bei allenentzündlichen und mitEntzündungen einhergehenden degenerativen Prozessen an denverschiedenstenOrganen und Geweben (Stütz- und Bewegungsapparat) wiez.B.Schleimbeutelentzündungen, Sehnenscheidenentzündung, Abnutzung anHüft-Schulter- Knie- und kleinen Gelenken.

Traumeel erzielt ein gutes Ergebnis und ist ohne nenneswerte Nebenwirkungen.

Traumeel gibt es als Salbe, Tabletten, Tropfen und Ampullen.

Es ist rezeptfrei aber apothekenpflichtig...

Die Tropfen enthalten 35% Alkohol, die Tabletten werden mit Milchzuckerversetztund lösen sich so hervorragend im Maul auf.

 

Zeel ( von Heel)

anzuwenden bei:

Rheumatischen Gelenkbeschwerden, sowie Arthrosen, HD/ED
Zeel ist ein homoöpathisches Komplexmittel, erhältlich als Tablette, Salbe undAmpullen

Dosierung:

3x 1Tbl. täglich


Vermiculite D6 ( von Holomed)

Anzuwenden bei Tieren mit:
Hüftgelenks-Dysplasien, Arthrosen, Arthritis

Die Dosierung:3 x täglich 2 Tabletten, für die Dauer von 3-4 Wochen.
Bei Bedarf eine zweite oder dritte Kur anschließen. Bei Jungtieren 3 x täglich1Tablette.

Nebenwirkungen sind bisher keine bekannt

Als nette Beigabe wurde in Versuchsreihen festgestellt, daß die Personenoderdie Tiere Zahnstein verloren oder wackelige Zähne wieder fest wurden.


Rhus toxicoderon C30

anzuwenden bei: Gelenkschmerzen, aber auch bei
Schmerzen in den Bändern und Sehnen...

Da es sich hier um C Potenzen handelt, muß die Dosierung mit einem
Homöopathen abgestimmt werden.

Auch bei homöopathischen Mitteln gilt...niemals über einen längerenZeitraumohne ärztliche Kontrolle


Die Mittel der Schulmedizin:

 

Rimadyl

Rimadyl ist eines der am häufigsten verwendeten Schmerzmittel bei Hunden.
Es ist mit ca. 1€ pro Tablette auch nicht gerade günstig...

Die Nebenwirkungen sind bei einer Langzeitgabe auch nicht unerheblich,dennRimadyl greift Magen, Leber und Nieren an...
dennoch ist es oft das einzige Mittel was den Hund schmerzfrei hält.

Die Dosierung liegt bei durchschnittlich 2mg pro kg Körpergewicht.

Rimadyl ist nicht in Versandapotheken erhältlich, es ist nur auf Rezeptoderbeim Tierarzt erhältlich...

 

Rimadyl ist vonder Fa. Pfitzer und auch als Kautabletten erhältlich
Alternativ gibt es ein Generika zu Rimadyl...

 

Rimifin ( von der Fa. Albrecht)

das ist ein nichtsteroidales Antiphlogistikum ( entzündungshemmendesMedikament)das den Wirkstoff Carprofen ebenso wie das Rimadyl enthält

Rimifin gibt es in 20mg / 50mg und 100mg Carprofen je nach Körpergewicht...

Die Dosierung beträgt durchschnittlich 2 - 4 mg pro kg Körpergewicht

Die Nebenwirkungen sind bei einer Langgzeitanwendung die selben wie beiRimadyl.

 

Metacam

Metacam ist wie Rimadyl und Rimifin auch, ein schmerzlinderndesundentzündungshemmendes Medikament mit dem Wirkstoff Meloxicam.

als 1mg und 2,5mg Kautablette erhältlich

Die Dosierung liegt durchschnittlich bei 0,2mg Meloxicam pro kg Körpergewicht

Auch Metacam kann, Magen, Darm, Nieren und Leber bei Langzeitgaben angreifen...


Phen Pred

Phen Pred ist ein Schmerzmittel, das Cortison enthält...

auch dies ist nicht frei von Nebenwirkungen...


Diese Liste ist eine Beispielliste und ganz sicher nicht vollständig...
es ist eine kleine Auswahl, der gängigsten Medikamente  und Arzneien...

Alle angegebenen Dosierungen sind nur Durchschnittswerte und müssen vomTierarztselbstverständlich auf das einzelne Tier angepasst werden

Gelenkerkrankungen wie auch immer sie aussehen, sind nicht schön, aberdurchausmit vielen Maßnahmen in den Griff zu bekommen, sodaß der Hund eingroßes Maß anLebensqualität zurückbekommt...was zunächst einmal bedeutet ihndauerhaftschmerzfrei zu bekommen.
Diese Maßnahmen greifen möglicherweise nicht alle , weil die Erkrankungennichtgeheilt werden können, sondern nur verzögert und eingedämmt. Dann ist esan derZeit, das der verantwortungsvolle Hundehalter entsprechend handelt.

Grundsätzlich kann man nur empfehlen alles erdenklich mögliche zu tun,umdas betroffenen Tier so lange als möglich ohne chemischeSchmerzmittelauskommen zu lassen, denn je länger das geht umso später tretendieNebenwirkungen auf...
Wenn es gelingt, ein Tier durch Gabe der Zusätze und durch eingutesAllgemeinbefinden ohne oder mit minimalen Schmerzmittelgaben stabil zuhalten,ist sehr sehr viel gewonnen, denn die Nebenwirkungen sind nicht unerheblichbei Dauereingabe.

 

 

 

Die häufigsten Erkrankungen

1. Hüftgelenk
2. Ellenbogengelenk
3. Schultergelenk
4. Kniegelenk



Typische Erkrankungen beim Hund

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ERKRANKUNGEN BEI HUNDEN:
1. Ohrenerkrankung
2. Mandelenzündung
3. Bindehautenzündung
4. Netzhautdegeneration
5. Herzerkrankung
6. Hüftgelenksdysplasie (HD)
7. Vergiftungen
8. Viruserkrankungen

Ohrenentzündung

Information zur Ohrenentzündung. Die Entzündung des äußeren Gehörgangs (Otitisexterna) ist eine Erkrankung, die bei Hund und Katze sehr häufig vorkommt. Oftsind schon kleine Welpen betroffen, jedoch ist auch bei älteren Tieren der"Ohrenzwang" häufig Grund für einen Besuch beim Tierarzt. DiesesInformationsblatt soll die häufigsten Fragen dazu beantworten. Was sind dieAnzeichen einer Ohrenentzündung? Deutliche Anzeichen einer Otitis externa sindübler Geruch aus dem Ohr, Kratzen und Kratzspuren an den Ohren und ständigesKopfschütteln. Auch Äußerung von übermäßigem Wohlbefinden z.B. Grunzen undStöhnen bei Massage des Ohres können ein Hinweis sein. In schweren Fällen istdie Berührung des erkrankten Ohres dagegen überaus schmerzhaft. Oft sieht manauch Tiere, die sich gar nichts anmerken lassen. Dem Besitzer fällt lediglichein schmieriger, brauner Belag im Innern der Ohrmuschel auf. Dies sollte aufjeden Fall Anlaß sein, beim nächsten Tierarztbesuch auch eine Ohrenuntersuchungvornehmen zu lassen. Wie kommt es zur Ohrenentzündung und wie verläuft dieErkrankung? Bei Welpen sind es meist Ohrmilben, die zu einer Enzündung desäußeren Gehörganges führen. Bei jungen und erwachsenen Tieren kann auch eineAllergie die Ursache sein. Wie auch immer - ist die natürliche Immunabwehr desOhres erst einmal gestört, können sich Bakterien und Pilze - normale Bewohnerdes gesunden Ohres - ungehemmt vermehren und die Situation weiterverschlimmern. Das Ohr reagiert auf den ständigen Reiz zunächst mit vermehrterSekretion von Ohrenschmalz, der durch bakterielle Zersetzung zu übelstem Geruchführt. Allmählich kommt es zur Verdickung und zu Wucherungen der Ohrinnenhaut,die zu einem völligen Verschluß der Ohröffnung führen können. Eiter undOhrenschmalz stauen sich in der Tiefe vor dem Trommelfell und führen zuerheblichen Schmerzen. Im schlimmsten Fall kann das Trommelfell einreißen undder Entzündungsprozeß auf Mittel- und Innenohr übergreifen, wo er eine schwereAllgemeinerkrankung mit Fieber und Gleichgewichtsstörungen nach sich zieht. Mußeine Ohrenentzündung behandelt werden? Eine Ohrenentzündung muß immer behandeltwerden, da die natürliche Abwehrfunktion des Ohres gestört ist, und sich dasTier nicht selber helfen kann. Im akuten Stadium ist die Behandlung sehreinfach, schnell und erfolgversprechend. Wird die Entzündung jedoch nichtbemerkt oder nicht konsequent und ausreichend lange behandelt, so kann sie überviele Jahre bestehen bleiben, wobei sie sich stetig verschlimmert. DieBehandlung einer solchen chronischen Entzündung ist langwierig und oftschwierig, da das Tier aufgrund der Schmerzen häufig keine Manipulationen amOhr mehr duldet. Oft ist dies nur unter Narkose möglich. Manchmal kann nur nocheine Operation dem Tier Erleichterung verschaffen, bei der der ganze äußereGehörgang freigelegt wird. Wie wird die Ohrenentzündung behandelt? Das oberstePrinzip der Ohrenbehandlung ist die Reinigung des Gehörganges von Entzündungssekretenund Ohrenschmalz, da dies die idealen Nährböden für Krankheitserreger sind. DerTierarzt spült das Ohr mit einer antiseptischen Lösung und entfernt diegelösten Beläge mit einer Schlinge, einem Wattetupfer oder mit einem
Sauger. Bei großer Schmerzhafttigkeit kann hierzu eine Narkose nötig sein.Anschließend wird eine Ohrensalbe eingebracht, die ein Antibiotikum und einenWirkstoff gegen Pilze enthält. Ein Anteil an Cortison lindert rasch denJuckreiz und die Schmerzen und bringt die entzündlichen Erscheinungen zumAbklingen. Sind Milben vorhanden, wählt der Tierarzt eine Salbe, die zusätzlichein Insektizid enthält. Bei schweren, eitrigen Entzündungen kann auch eineBehandlung mit Antibiotika-Tabletten nötig sein. Und nun das Wichtigste: Wiewird die Behandlung zuhause fortgeführt? Sie erhalten von Ihrem Tierarzt eineSpüllösung und eine Tube Ohrensalbe. Die Spüllösung dient dazu,Entzündungssekrete und Ohrenschmalz zu lösen, so daß sich das Tier durchOhrenschütteln davon befreien kann. 1. Spülen Sie jeden Morgen das erkrankteOhr, indem Sie reichlich Lösung in den Gehörgang geben. 2. Anschließendmassieren Sie den unter der Ohrmuschel zu fühlenden knorpeligen Gehörgang insenkrechter Richtung, damit sich die Lösung gut verteilt und Beläge sich lösen.3. Danach säubern Sie die äußere Ohrmuschel mit einem um den Finger gewickeltenTaschentuch, soweit Sie mit dem Finger hineinkommen. Ritzen und Falten amOhreingang nicht vergessen. Bitte verwenden Sie keine Wattestäbchen für denGehörgang! Sie schieben damit die Beläge in die Tiefe vor das Trommelfell , vonwo sie schwer wieder zu entfernen sind. 4. Durch Schütteln und Bewegung wanderndie gelösten Beläge im Verlaufe des Tages von allein nach oben zum Ohrausgang,wo sie mittags oder nachmittags wiederum mit Finger und Taschentuch abgenommenwerden können. 5. Nach dieser zweiten Reinigung bringen Sie die Ohrensalbe indas Ohr ein. Führen Sie die Tube hinter dem vordersten Ohrknorpel senkrechtnach unten soweit wie möglich in den Gehörgang ein. Drücken Sie nun imHerausziehen leicht auf die Tube, so daß je nach Größe des Tieres etwa eineerbsengroße Menge im Gehörgang verteilt wird. Im Gegensatz zu der Spüllösungreicht es hier, wenn nur wenig Ohrensalbe gut verteilt wird. Massieren Siehierzu wiederum den Gehörgang wie oben beschrieben. Auch die Falten und Ritzenam Ohreingang sollten dünn mit Salbe bestrichen werden. Hierzu sind auchWattestäbchen erlaubt. Führen Sie diese Prozedur jeden Tag durch, solange IhrTierarzt es angeordnet hat. Gegebenenfalls werden Sie zu einerKontrollutersuchung bestellt, die Sie auch durchführen lassen sollten, wenn Siemeinen, es sei schon wieder alles in Ordnung. Dies kann schon nach wenigenTagen so aussehen, da die Medikamente schnell Linderung bringen. Wichtig: HörenSie jedoch bitte erst dann mit der Behandlung auf, wenn Ihr Tierarzt eineAbschlußuntersuchung durchgeführt hat und die Behandlung für beendet erklärt.
Stellt man die Behandlung zu früh ein, so überleben gerade die Bakterien undMilben, die besonders resistent sind.


Mandelentzündung (ANGINA)

Mandelentzündung (Angina) beim Hund: Symptome: Wenn der Hund würgt und hustet,nach jedem Grashalm schnappt, dann steckt meistens eine Halsentzündungdahinter. Unsere Lieblinge zeigen Müdigkeit und Unlust, Spaziergänge zu machen.Nachts ist der Schlaf von Herrchen, Frauchen und Hund durch Hustenanfällegestört. Die genaue Ursache liegt in einer viralen oder bakteriellen Infektion.Dabei sind die Mandeln (Tonsillitis) oder der Kehlkopf (Laryngitis) entzunden.Leichte Infektionen mit Husten und Würgen, aber mit erhaltenem Appetit, nenntman Angina. Schwere Infektionen mit zusätzlichem Fieber und Mattigkeit habenoft den Zwingerhusten als Ursache. Abhilfe: Als erste Therapie muss das Tiergeschont werden. Das heißt: Keine langen Spaziergänge, kein Spielen mit anderenHunden, kein kaltes Wasser trinken (Wasserpfützen) und natürlich nicht badengehen. Auch muss Erde-, Gras- und Hölzchenfressen vermieden werden. Die Hundeversuchen dies, weil sie glauben, die Schmerzen im Hals kommen von einemsteckenden Stück (Holzschiefer oder
Ähnlichem), welches verschluckt wurde. Bei leichter Angina helfen gutHustensäfte (Tussimont,...), lauwarmer Tee, abwehrstärkende Mittel (Echinacea)und Vitamine. Bei starker Angina oder Zwingerhusten muss zusätzlich derTierarzt aufgesucht werden. Eine antibiotische Therapie mitentzündungshemmenden und abschwellenden Mitteln ist nötig. Vor allem beimZwingerhusten ist eine mehrmalige Therapie wichtig. Andernfalls kann nebenchronischer Mandelentzündung auch ein Herz oder Nierenschaden entstehen. Auchwenn hustende und würgende Hunde nicht ernsthaft krank erscheinen, so muss dochspätestens nach 2 Tagen der Tierarzt aufgesucht werden!


Bindehautentzündung

Die Conjunktivitis follicularis Die Conjunktivitis follicularis ist eineEntzündung der Bindehäute des Auges beim jungen Hunden Die Bindehäute des Augesgewährleisten einen mechanischen Schutz des Auges sowie auch eineAbwehrfunktion vor Infektionserregern. In den Bindehäuten des Auges befinden sicheine Vielzahl von Lymphfollikeln, die auf Umwelteinflüsse und das Eindringenvon Infektionserregern reagieren. Bei jungen Hund kann es zu einerüberschießenden Reaktion dieser Lymphfollikel kommen, die durch ihreGrößenzunahme zu der Krankheit führen. Diagnose: Die Diagnose wirdausschließlich aufgrund des klinischen Bildes unter Berücksichtigung des Altersgestellt. Die Tiere zeigen eine deutliche Entzündung der Bindehäute mit Rötungund Ausfluß, häufig besteht auch Juckreiz. Im Verlauf einer Conjunktivitisfollicularis kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen, die sich dann miteitrigen Ausfluß äußert. Therapie: Das Ziel der Therapie ist eine Unterdrückungdes lokalen Immunsystems am Auge. Dieses gelingt in der Regel mit derApplikation einer kortikoid-haltigen Augensalbe für 2-3 Wochen. In schwerenFällen müssen die Follikel unter lokaler Anästhesie mit einem speziellen Löffelabgetragen werden (Kürettage). Die Krankheit kann bis zu einem Alter von etwa2-3 Jahren sporadisch auftreten, bei älteren Hunden kommt sie als ursächlicheErkrankung dagegen nicht mehr vor.
Netzhautdegeneration (PRA): Unter dem Begriff PRA fasst man eine Vielzahl vonunterschiedlichen Netzhautdegenerationen zusammen, welche allesamt zurErblindung führen. Man unterscheidet eine Frühform, bei welcher die Hundebereits mit 12 Monaten blind
werden, und eine Spätform, bei der erste Sehstörungen erst im Alter von 3-6Jahren auftreten. Diese letzte Form ist bei uns am häufigsten und wird rezessivvererbt. Das heisst Hunde mit PRA können durchaus normale Eltern undGeschwister haben. Die Eltern sind in diesem Fall Träger der Anlage. Zu Beginnder Erkrankung fällt dem Besitzer auf, dass die Pupillen des Hundes grössersind, und in der Nacht auffallend leuchten. Meistens zeigt der Hund zu diesemZeitpunkt bereits eine mehr oder weniger deutliche Nachtblindheit. Oft weigernsich Hunde in der Dämmerung oder nachts nach draussen zu gehen, oder siestossen sich an Gegenständen, die sie tagsüber noch sehen können. DieseNachblindheit verschlimmert sich zusehends. Später ist auch das Sehen am Tagebeeinträchtigt, bis die Hunde im Alter von ca. 9 Jahren vollständig erblinden.Diese fortschreitende Netzhautdegeneration ist nicht schmerzhaft und gibt demHund ausreichend Zeit, sich an sein Handicap zu gewöhnen. Es ist nichtungewöhnlich, dass betroffene Hunde ihre Blindheit so erfolgreich kompensieren,dass sie erst auffällt, wenn der Hund in eine ihm unbekannte Umgebung gebrachtwird. Mit entsprechenden Instrumenten betrachtet, verändert sich die normaleNetzhaut zusehends, bis zuletzt kaum noch normale Netzhaut zu erkennen ist .Eine Behandlung ist nicht möglich. Der Verlauf der Krankheit lässt sich nichtbeeinflussen. Daher kommt der züchterischen Vorsorge grosse Bedeutung zu.Allerdings ist das Erkennen dieser Krankheit nicht ganz einfach und bleibt gutausgebildeten Spezialisten vorbehalten. Leider erkennt aber auch der gutausgebildete Tierarzt die Krankheit frühestens im Alter von einigen Jahren, sodass befallene Tiere die Gelegenheit haben sich mehrmals fortzupflanzen. Heutgibt es bei einigen wenigen Hunderassen die Möglichkeit, mit einer kleinenBlutprobe eine DNA-Analyse durchzuführen. Damit werden befallene Tiere bereitsim Welpenalter mit 100% Sicherheit identifiziert. Theoretisch ist bereits vorder Geburt eine Untersuchung möglich.

HERZERKRANKUNG: Die Mitralklappeninsuffizienz
oder-regurgitation (bzw. Mitralklappenendokardiose)

Autoren: Dr. Gerhard Wess, Diplomate ACVIM (Kardiologie), Dipl. ECVIM-CA undMarkus Killich Was bedeutet Insuffizienz der Mitralklappe?VonMitralklappeninsuffizienz, oder kürzer von Mitralinsuffizienz spricht man, wenndie Mitralklappe (Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer)"undicht" wird, d.h. das Zurückströmen von Blut in den Vorhof beim Zusammenziehendes Herzmuskels nicht mehr vollständig verhindern kann.Mitralregurgitation wirddas Zurückfließen des Blutes genannt. Die häufigste Ursache einerMitralklappeninsuffizienz ist eine Mitralklappenendokardiose.DieMitralklappenendokardiose ist die häufigste kardiale Erkrankung Hundes. DreiViertel aller Hunde mit kongestivem Herzversagen leiden an einerMitralregurgitation, die durch eine degenerative Veränderung der Klappensegeloder der Chordae tendinae hervorgerufen wird. Die Mitralklappe ist in 60 % derFälle alleine und in 30 % der Fälle gemeinsam mit der Trikuspidalklappebetroffen. 10 % der betroffenen Patienten leiden an einer alleinigenTrikuspidalendokardiose. Wichtig ist die UnterscheidungMitralklappeninsuffizienz bzw. –regurgitation und Mitralklappenendokardiose.Bei der Mitralregurgitation handelt es sich nur um ein klinisches Symptom,wohingegen Klappenendokardiose eine pathologisch-anatomische Diagnosedarstellt. Mitralinsuffizienzen sind die Folge von Mitralklappenendokardiosen,Dilatativen Kardiomyopathien oder anderen Erkrankungen, welche mit einerVolumenüberladung des linken Ventrikels einhergehen. Oftmals wirdMitralinsuffizienz bzw. –regurgitation aber als Synonym fürMitralklappenendokardiose verwendet. Kleiner Überblick über die Herzanatomie:Der Blutkreislauf im gesunden Organismus führt auf einer Einbahnstraße durchdas Herz. Das Blut fließt über die untere und die obere Hohlvene aus demKörperkreislauf in den rechten Vorhof, von dort gelangt es durch dieTrikuspidalklappe in die rechte Herzkammer. Von der rechten Kammer wird dasBlut durch die Pulmonalklappe über die Pulmonalarterie in die Lunge gepresstund nachdem das Blut dort mit Sauerstoff beladen wurde, gelangt es über diePulmonalvenen in den linken Vorhof. Vom linken Vorhof fließt das Blut durch dieMitralklappe in die linke Kammer und von dort wird es durch die Aortenklappe indie Aorta gepresst und durchläuft so erneut den Körperkreislauf. Schließt dieMitralklappe, wie im Fall der Mitralklappeninsuffizienz nicht richtig, so kannein Teil des Blutes, eigentlich durch die Aortenklappe in den Körperkreislaufgepresst werden sollte, zurück in den linken Vorhof gelangen. Es kommt zum sog.Regurgitationsjet in den linken Vorhof. Welche Ursachen hat eine Endokardiose derMitralklappe? Die Ätiologie der Mitralendokardiose ist nicht hundertprozentiggeklärt. Man nimmt an, dass es sich um eine Bindegewebsschwäche handelt. Einegenetisch beeinflusste Degeneration des Bindegewebes könnte die Ursache für dieEndokardiose sein. Für diese Theorie spricht die Tatsache, dass v.a.chondrodystrophische Hunderassen
prädisponiert sind. Diese Tiere sind ebenfalls für Bindegewebserkrankungen, wieBandscheibenvorfälle, Trachealkollapse, periodontale Erkrankungen undKreuzbandrupturen prädisponiert. Auch in der Humanmedizin lassen sich dieseBeobachtungen bestätigen, da Menschen mit Kollagensynthesestörungen, wie demMarfan-Syndrom, verhältnismäßig häufig an Mitralklappenendokardiosen leiden.Früher nahm man an, dass Zahnerkrankungen durch das Streuen von Bakterien fürdie degenerative Erkrankung verantwortlich waren. Diese Theorie ist heutzutageaber überholt. Welche Tiere bekommen Mitralklappen-Insuffizienz? DieMitralklappenendokardiose ist die häufigste Herzerkrankung des Hundes. Die Prävalenzsteigt mit zunehmendem Alter, ca. 10% aller 5 bis 8 jährigen, ca. 25% aller 9bis 12 jährigen und 35 % aller über 13 jährigen Hunde sind betroffen. Es sindv.a. ältere Hunde kleiner Rassen betroffen, wie:ZwergpudelMiniSchnauzerYorkshire TerrierDackel. Eine weitere prädisponierte Hunderasse istder Cavalier King Charles Spaniel. Er stellt insofern eine Besonderheit dar,als dass er schon häufig in jungem Alter an der Mitralendokardiose erkrankt.Große Hunde sind bei weitem seltener betroffen. Welche Krankheitsanzeichen gibtesIm Frühstadium: -Herzgeräusch:
Dieses Herzgeräusch ist für den Tierarzt mit Hilfe des Stethoskopes hörbar,noch bevor dem Besitzer selbst Veränderungen am eigenen Haustier auffallen.Deshalb kann diese Krankheit unter Umständen bei Routineuntersuchungen, wiez.B. Impfuntersuchungen erkannt werden. Im weiteren Verlauf: - Husten- Es gibt2 Ursachen für den Husten: In Folge der Erkrankung wird der Vorhof zunehmendgrösser und kann so den linken Stammbronchus (einen Luftweg) der Lunge zusammendrücken.Durch den Rückstau von Flüssigkeit in die Lunge (Lungenödem= Wasser auf derLunge). - erhöhte Atemfrequenz - Atemnot - Lustlosigkeit - Leistungsschwäche -Fressunlust- kurze Phasen von Bewustseinsverlust: - Ursachen: durch sehrunregelmäßigen Herzschlag, oder starkes Husten oder als Folge eines Risses imlinken Vorhof Wie wird die Erkrankung diagnostiziert? Die tierärztlicheUntersuchung: Sie stellt den ersten Schritt des Untersuchungsgangs dar undumfasst eine klinische Allgemeinuntersuchung, wobei großer Wert auf das Abhörenvon Herz und Lunge gelegt wird. Auskultatorisch: Wie bereits erwähnt, kann derTierarzt mit Hilfe des Stethoskopes ein Herzgeräusch im Bereich derMitralklappe wahrnehmen.Eine Verdachtsdiagnose lässt sich meist anhand desSignalements (kleiner Hund), der Historie (Husten, Leistungsschwäche,...),sowie der klinischen Untersuchung stellen. Um festzustellen, ob die Erkrankungbehandlungsbedürftig ist, muss ein Röntgenbild angefertigt werden. DasRöntgen:Auf einem Röntgenbild können folgende Befunde erhoben werden:-Herzgröße: Zuerst kommt es zu einer Vergrößerung des Herzschattens im Bereichdes linken Vorhofs und später auch im Bereich der linken Herzkammer. -Deplazierung des linken Stammbronchus. - Eine weitere wichtige Aufgabe desRöntgenbildes liegt in der Beurteilung der Pulmonalgefäße sowie desLungenfeldes. Sind die Lungenvenen gestaut, ist dies eine Indikation zurTherapie. Liegt ein Lungenödem vor, lässt sich eine alveoläre Verschattung,meist im Hilusbereich darstellen.- Lungenstauung: Zuerst erscheinen dieLungenvenen gestaut, später kann ein Lungenödem (Wasser auf der Lunge)diagnostiziert werden.
Das EKG:Im EKG werden hauptsächlich Herzrhythmusstörungen diagnostiziert. Esist ein wichtiges diagnostisches Kriterium, da Hunde mit einerMitralklappenerkrankung Arrhythmien bekommen können. Wann ein EKG sinnvoll ist,entscheidet letztendlich der Kardiologe, grundsätzlich aber sollte immer danneines angefertigt werden, wenn beim Abhören eine Arrhythmie oder zusätzlicheHerztöne entdeckt werden. Der Herzultraschall:Im Ultraschall lässt sich derMitralklappenapparat genau darstellen. Die Klappe weist häufig blumenkohl- oderkeulenartige Verdickungen auf. Oft lässt sich auch ein Klappenprolapsfeststellen. Im Farbdoppler zeigt sich der Insuffizienzjet während der Systoleals eine Verwirbelung unterschiedlicher Stärke im linken Vorhof. DieGeschwindigkeiten liegen im Bereich von 5 bis 6 m/s. Das linke Atrium istmeistens vergrößert. Veränderungen des linken Ventrikels lassen sich infortgeschritteneren Fällen als ekzentrische Hypertrophie darstellen. Beihochgradigen Erkrankungen kommt es nicht selten zu Myokardschädigungen, welchesich in einer verminderten Kontraktilität des Ventrikels wiederspiegeln.Zusammenfassend können folgende Befunde erhoben werden:- Die Größe von Vorhofund Herzkammer kann gemessen werden somit kann eine eventuelle Vergrößerungsicher festgestellt werden. - Die Fähigkeit des Herzmuskels zur Kontraktionkann gemessen werden. - Außerdem kann mit Hilfe derFarbdoppler-Echokardiographie das Ausmaß der Insuffizienz quantifiziert werden.Weitere Untersuchungen:In manchen Fällen ist eine Blutdruckmessungempfehlenswert, da ein erhöhter Blutdruck das Ausmaß der Insuffizienz erhöhenkann. Welche Auswirkungen hat eine Mitralinsuffizienz?Durch die insuffizienteKlappe fließt während der Herzaktion Blut zurück in den linken Vorhof. Da sodas pro Zeiteinheit ausgeworfene Blutvolumen in die Aorta abnimmt, sorgt derKörper mit Hilfe von Kompensationsmechanismen ( wie z.B. erhöhte Herzfrequenz,erhöhten Flüssigkeitsrückhalt und Verengung der Gefäße in der Peripherie) füreine Erhöhung des Blutvolumens. Die chronische Volumenüberlastung führt zueiner Ausweitung und Vergrößerung des linken Vorhofs. Im weiteren Verlauf kommtes ebenfalls zu einer Ausweitung und Vergrößerung der linken Herzkammer. In derFolge nimmt die Anfangs gute Fähigkeit der Herzkammer zur Kontraktion ab, daslinke Herz versagt, so kommt es zum Rückstau von Blutflüssigkeit in die Lunge.Ein Lungenödem entsteht. Welche zusätzlichen Probleme können autreten?-unregelmäßiger Herzschlag, sog. Arrhythmien. - Rechtsherzversagen: durchBluthochdruck in den Lungengefäßen. - Riss im linken Vorhof: dadurch kann sichBlut im Herzbeutel ansammeln und da sich der Herzbeutel nicht ausdehnen kann,kann sich das Herz irgendwann nicht mehr ausreichend mit Blut füllen, es kommtzur sog. Herztamponade, ein absolut lebensbedrohender Zustand. Oft haben dieseTiere Ohnmachtsanfälle, wenn ein Riss im linken Vorhof entsteht, allerdingskönnen sie auch akut versterben. Glücklicherweise ist
ein Riss des linken Vorhofes sehr selten und geschiet nur bei extrem schwerenErkrankungen. Wie ist die Prognose?Den klinischen Verlauf einerMitralendokardiose hervorzusagen ist schwierig für einen individuellenPatienten. Viele Hunde mit chronischer Klappenendokardiose kompensieren diesewährend ihres gesamten Lebens. Sobald Zeichen einer Dekompensation auftretenverschlechtert sich die Langzeitprognose erheblich. Die Überlebenszeiten für Patientenmit schweren dekompensierten Mitralinsuffizienzen beträgt in der Regel wenigerals ein Jahr. Wie schnell die Erkrankung voranschreitet, scheint u.a. auchrasseabhängig zu sein. So verläuft die Krankheit beim Cavalier King Charlesverhältnismäßig progressiv. Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Die Therapieist abhängig vom Schweregrad und der Symptomatik. Zur Zeit besteht eineDiskussion über die Behandlung von Patienten mit Mitralinsuffizienzen ohneklinische Symptomatik. Verschieden Studien konnten keine günstigen Auswirkungenvon ACE-Hemmern gegenüber Placebo-Präparaten zeigen. Aus diesem Grund ist eineTherapie asymptomatischer Hunde mit Mitralklappenendokardiose fraglich.Chirurgie: eine Mitralklappenreparatur, bzw. ein Mitralklappenersatz wird beimMenschen durchgeführt. Leider gibt es beim Hund oft grosse Probleme nach einemKlappenersatz, da eine große Gefahr der Thrombosebildung besteht. Die Operationmuss mittels einer Herz-Lungenmaschiene erfolgen- ist somit sehr kompliziert,gefährlich und teuer- deshalb wird dieses Verfahren sehr selten und bisher nurmit mäsigem Erfolg durchgeführt.Zeigen Tiere allerdings erste Anzeichen einerDekompensation wie Husten oder Leistungsschwäche, ist der Einsatz vonACE-Hemmern und Furosemid indiziert. Hierbei sollte beachtet werden, dass esauch andere Ursachen für die o.g. Symptome gibt. Deshalb müssen anhand einesRöntgenbildes die Pulmonalgefäße sowie das linke Atrium untersucht werden.Liegen Anzeichen einer Stauung vor, so handelt es sich um eine kardialeUrsache. Einteilung laut International Small Animal Cardiac Health Council:Klasse 1: Herzerkránkung ohne Krankheitsanzeichen: Die Herzerkrankung kann zwardurch den Tierarzt festgestellt werden, aber das Tier zeigt keineKrankheitsanzeichen. Die Notwendigkeit einer Therapie besteht zu diesemZeitpunkt noch nicht. Klasse 2: geringes- bis mittelgradiges Herzversagen: DasTier zeigt Symptome wie z.B. Leistungsschwäche, Husten, erhöhte Atemfrequenz,geringgradige Atemnot, in Ruhe, wie bei leichter Anstrengung, zum jetzigemZeitpunkt ist eine Behandlung notwendig. Klasse 3: hochgradiges Herzversagen:Das Tier zeigt Symptome wie z.B. Husten, Atemnot, Lungenödem, ausgeprägteLeistungsinsuffizienz, Abmagerung.Klasse 3a: Die Behandlung kann noch zu Hausedurchgeführt werden.
Klasse 3b: Die Behandlung muss in der Klinik erfolgen. Die Medikamente der Wahlsind: - Diuretika: Medikamente, die durch direkte Wirkung an der Niere dieAusscheidung von Wasser steigern und so für eine Verringerung des vergrößertenBlutvolumens, das durch die Kompensationsmechanismen des Körpers entstandenist. Ein Lungenödem kann durch diese Medikamente wirkungsvoll bekämpft werden.Ein typischer Vertreter dieser Medikamentengruppe ist das Furosemide (Dimazon)- ACE- Hemmer: Angiotensin Coverting Enzym Hemmer. Dieses Medikamentverhindert, dass es, infolge der Kompensations-mechanismen zu einem erhöhtenFlüssigkeitsrückhalt in der Niere kommt, die Verengung der Gefäße in derPeripherie wird ebenfalls verhindert. Dadurch wird das Blutvolumen gesenkt undder Widerstand gegen den das Herz arbeiten muss, verringert. Infortgeschrittenen Stadien, bei welchen schon eine Schädigung des Myokardseingetreten ist, sind zusätzlich entweder Pimobendan oder Digitalisglykosideindiziert, um die Kontraktionskraft des Herzmuskels zu verbessern. Inrefraktären Fällen sollten neben Furosemid andere Diuretika wie Aldactone oderHydrochlorthiazid verabreicht werden. Treten Arrhythmien auf, werden diese mitden entsprechenden Medikamenten behandelt. Vorhofflimmern, als eine derhäufigen Rhythmusstörungen therapiert man mit Digitalis. Sollte dieses Glycosidnicht ausreichen, die Arrhythmie zu kontrollieren, können zusätzlichBeta-Blocker oder Ca-Kanal-Blocker eingesetzt werden. - Pimobendan (Vetmedin):neue Studienergebnisse, welche auf der ACVIM Konferenz in Minneapolis 2004vorgestellt wurden, deuten darauf hin, dass die klinische Wirksamkeit vonPimobendan bei Hunden mit Herzinsuffizienz aufgrund einer Klappeninsuffizienzder Wirksamkeit von Benazeprilhydrochlorid (einem ACE-Inhibitor) überlegen seinkönnte. Außerdem führte die Behandlung mit Pimobendan zu einer statistischsignifikanten Verlängerung der Überlebenszeit- dabei handelt es sich allerdingserst um vorläufige Studienergebnisse. Anmerkung: die vorgestellten Ergebnissedieser Studie werden momentan in einer großen Studie (Quest-Studie) überprüft.Bis diese Studie veröffentlicht wird, sollten Tiere mitMitralklappenendokardiose entweder traditionell mit einem ACE-Inhibitor undFurosemide, oder neu nun zusätzlich mit Pimobendan behandelt werden.


Die Hüftgelenksdysplasie

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine erblich bedingte Fehlbildung, die sowohlbeim Hund als auch bei der Katze vorkommen kann. Bau und Funktion desHüftgelenks: Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk. Der Oberschenkelkopf sitztnormalerweise tief und fest in der Pfanne des Beckens . Oberschenkelkopf undPfanne werden durch den Band- und Kapselapparat miteinander verbunden. DieGelenkhöhle ist von der Gelenkkapsel umgeben, welche für die Bildung derGelenkschmiere (Synovia) verantwortlich ist. Die
Synovia ernährt den Gelenkknorpel und ermöglicht ein reibungsloses Gleiten.Ursache und Entstehung Die HD ist eine genetisch bedingte Krankheit undentwickelt sich bereits in der Wachstumsphase des Skeletts. Umwelteinflüsse wieErnährung oder Krankheit können den Verlauf der HD beeinflussen. Seit 20 Jahrenist bekannt, daß zu eiweiß- und energiereiche Ernährung einen negativen Effektauf das dysplastische Hüftgelenk hat. Deshalb werden heutzutage hochwertige,aber vor allem ausgewogene Futter für großwüchsige Hunde als Prophylaxeempfohlen. Auch eine erhöhte körperliche Aktivität des Tieres wirkt sichnachteilig aus. Es muß aber nochmals herausgestellt werden, daß dies nur fürTiere gilt, bei denen eine erbliche Disposition zur HD vorhanden ist. Es gibtnoch weitere negative Umwelteinflüsse, die von Fachleuten in der ganzen Weltuntersucht und diskutiert werden. Wenn der Oberschenkelkopf nicht fest in derPfanne verankert sitzt, kommt es zu einer Instabilität im Hüftgelenk . Dadurchentstehen Fehlbelastungen an den Gelenkflächen mit lokaler Überbelastung derGelenkpfanne. Die Folge ist dann eine Degeneration des Gelenkknorpels, der sichbis zum völligen Schwund abreiben kann. Die Gelenkkapsel reagiert mit einerEntzündung auf die Gelenkveränderung. Von der Knochenhaut gehen Wucherungenaus, die sich auf dem Röntgenbild erkennen lassen . Arthrotische Prozesse sinddemnach stets ein Hinweis auf ein nicht korrekt geformtes Hüftgelenk . Die HDkann sehr schmerzhaft sein und in schweren Fällen bereits in der Wachstumsphasezu Lahmheit oder Nachhandschwäche führen. Vor allem sind die größerenHunderassen betroffen. Wegen Belastung durch die Körpermasse und der höherenStoffwechselintensität während der Wachstumsphase ist das Skelettsystem dieserTiere anfälliger für Entwicklungsstörungen als von kleineren Rassen.KlinischesBild und Diagnose: Die betroffenen Tiere werden während ihrer Wachstumsphaseoder zu einem späteren Zeitpunkt, wenn bereits arthrotische Veränderungen imGelenk vorliegen, beim Tierarzt vorgestellt. Die Besitzer berichten überLahmheiten oder Ausfallserscheinungen einer oder beider Hintergliedmaßen. DieSchmerzempfindlichkeit korreliert keinesfalls immer mit dem Schweregrad derKrankheit. Da der Hund keine Auskunft über die Intensität seiner Schmerzengeben kann, ist der Tierarzt bei der Untersuchung auf die Aussage des Besitzersund Schmerzäußerungen des Tieres bei der klinischen Untersuchung angewiesen.Die Hundebesitzer berichten außerdem über Schwierigkeiten beim Aufstehen undHinlegen, beim Springen oder bereits bei Berührung der Hintergliedmaße. DieBelastbarkeit der Tiere ist reduziert und der Gang kann schwankend sein. Beider klinischen Untersuchung geben eine Behinderung der freien Rotation sowieSchmerzen bei jeglicher Manipulation am Hüftgelenk den Hinweis auf einHüftleiden. Differentialdiagnostisch gibt es neurologische Prozesse mit einerähnlichen Symptomatik. Die Krankheiten sind durch weitere Untersuchungen zuunterscheiden. Ein Röntgenbild der Beckenregion und der Oberschenkel ist fürdie Diagnose der HD unbedingt erforderlich. Röntgenuntersuchung: Bei Hundenkann die Röntgenuntersuchung nur unter Sedation durchgeführt werden,
da sich die Optimallagerung sonst nicht durchführen läßt. Diese Röntgenbilderwerden einer zentralen Auswertungsstelle zur Beurteilung geschickt. DieBestimmungen sind für die verschiedenen Zuchtvereine unterschiedlich. DieUntersuchung auf Hüftdysplasie hat Auswirkungen auf die Zuchtzulassung. DieFeststellung des Schweregrades der Hüftdysplasie kann bei den Tieren erst nachdem ersten Lebensjahr gemacht werden. Röntgenbilder, die keiner offiziellenAuswertung übergeben werden, können jedoch ohne Narkose in jedem Lebensalterdurchgeführt werden. Therapie: In Anbetracht der Vererbbarkeit solltenbetroffene Tiere von der Zucht ausgeschlossen werden. Das hat sich in denletzten Jahrzehnten leider nicht durchgesetzt und deswegen kommen Patienten mitHüftgelenksleiden recht häufig in die Praxis des Tierarztes. Mit Ruhigstellung,Adaptation des Körpergewichtes und entzündungshemmenden Schmerzmitteln kann dieKrankheit in vielen Fällen unter Kontrolle gebracht werden. Wenn aber trotzintensiver konservativer Therapie die Schmerzen und die Lahmheit fortbestehen,ist die Möglichkeit einer chirurgischen Behandlung in Betracht zu ziehen. Beijungen Tieren mit deutlicher Luxation (Instabilität) der Oberschenkel hat sichdie Dreifache Beckenschwenk-Osteotomie bewährt . Die Voraussetzungen hierfürsind allerdings geringste bis keine Entwicklungen von Arthrosen im und amHüftgelenk. Bei dieser Methode wird die Entwicklung der Arthrose sehr reduziertbzw. verhindert. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Operation am wachsendenHund durchzuführen. Beim ausgewachsenen Hund hat sich das Einsetzen derHüftgelenks-Totalprothese bewährt. Das künstliche Hüftgelenk besteht aus einerKunststoffpfanne und einer in den Oberschenkelschaft einzementierten Prothese .Mittlerweile gibt es auch den zementlosen Hüftgelenksersatz. Die Total-Endoprotheseist eine zuverlässige Methode, um Hunden mit großen Beschwerden zu helfen. DerKostenaufwand ist schon allein wegen der Materialien zu berücksichtigen. Seitüber 25 Jahren ist die Durchtrennung des Pektineusmuskel zur Therapie der HDbekannt. Durch die Veränderungen der mechanischen Kräfte im Hüftgelenk tritt inmanchen Fällen eine Schmerzlinderung ein. Über den Erfolg dieser Methode liegennoch uneinheitliche Resultate vor, insbesonders bezüglich derLangzeitbeobachtung. Die Kosten fallen geringer als bei anderen Operationen amHüftgelenk aus. Eine weitere Operation ist die Oberschenkelkopf- undhalsresektion. Hierbei wird der Oberschenkelkopf- und hals abgesetzt undentfernt . Der Sinn des Eingriffes besteht darin, den schmerzhaften Kontaktzwischen Oberschenkelkopf und Becken zu unterbrechen. Stattdessen kommt eszwischen Oberschenkel und Beckenpfanne zur Bildung eines Scheingelenkes ausBindegewebe. Die Ergebnisse dieser Operation sind als gut einzustufen. DieKosten sind im Gegensatz zu den anderen aufwendigeren Operationsverfahrengeringer.


Vergiftungen

 Zum Glück sind Vergiftungen wesentlich seltener als häufig angenommen.Und in 90 % aller Tiervergiftungen war es nicht der "böse Nachbar"oder ein "Tierhasser", sondern
der Hauptgrund von Vergiftungsfällen ist menschliche Fahrlässigkeit undUnwissen!!! Da als Vergiftungsursache bei Hund und Katze zahlreicheMöglichkeiten in Betracht kommen, sollten Sie beim Verdacht auf Vergiftungimmer sofort den Tierarzt aufsuchen. Ihrem Hund kann am schnellsten undeffektivsten geholfen werden, wenn Sie die Vergiftungsursache kennen und diese(wenn möglich) gleich mit in die Praxis bringen (z.B. die Verpackung vonPflanzenschutzresten,...) Mögliche Vergiftungsursachen können sein: Pestizide:Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel (Insektizide - Insekten,Rodentizide - Schadnager,Molluskizide - Schnecken, Akarizide - Milben,Fungizide - Pilze, Herbizide - Unkraut) Chemikalien (z.B. Putzmittel,Frostschutzmittel) Umweltgifte (z.B. Schwermetalle) pflanzliche Gifte undPilzgifte tierische Gifte und Gifttiere Arzneimittel oder Nahrungsmittel DieAufnahme dieser Gifte in den Organismus kann oral (durch Fressen der giftigenSubstanz), dermal (Aufnahme des Giftes über die Haut), inhalativ (Einatmen desGiftes) oder durch den Biss eines giftigen Tieres geschehen. Cumarin-VergiftungCumarinderivate, die als "Rattengift" eingesetzt werden, sind rechthäufig die Ursache von Vergiftungen. Hierbei ist die Vergiftungsgefahr durchFressen vergifteter Nager jedoch gering, da die einmalige Aufnahme des Giftesweniger gefährlich ist als die wiederholte Aufnahme selbst kleiner Mengen. Zurgefährlichen Vergiftung kommt es daher in der Regel durch die Aufnahme derunachtsam an für Hund und Katze zugänglichen Orten ausgelegten Giftköder. Nichtselten vergiften Herrchen und Frauchen so ihr eigenes Haustier. Cumarin wirktals Antikoagulanz, das die Prothrombinbildung in der Leber blockiert, so daß esdurch Blutgerinnungsstörungen und Schädigung der Blutgefäßwände zu Blutungen imgesamten Körper kommt. Erste Vergiftungssymptome treten durch die körpereigenenProthrombinreserven erst nach einigen Tagen auf: verwaschene Schleimhäute,Blutungen aus allen Körperöffnungen, erhöhte Herzfrequenz, schwacher Puls,Atemnot, das Tier zeigt keine Schmerzen. Labordiagnostisch stützenGerinnungstests die Diagnose. Rechtzeitig erkannt kann man dieCumarin-Vergiftung neben der Notfallbehandlung durch Vitamin K-Gaben
(Antidot) über mehrere Tage therapieren, gegebenenfalls sind zusätzlichVollbluttransfusionen notwendig. Organophosphat-Vergiftung Organophosphate(Phosphorsäureester, z.B. E605) spielen heute vor allem als Insektizide(Schädlingsbekämpfungsmittel) und Herbizide (Unkrautvertilgungsmittel) eineRolle. Eine Vergiftung mit Organophosphaten führt zu einer lang anhaltendenÜberschwemmung des Organismus mit Acetylcholin, einem Botenstoff desparasympatischen Nervensystems, und der damit verbundenen ausgeprägtenStimulation cholinerger Rezeptoren. Vergiftungssymptome können bereits 30Minuten nach der Giftaufnahme auftreten und äußern sich zum einen durch Miosis(Pupillenengstand), Speichelfluß, Erbrechen, Durchfall, Kolik, Harnabsatz,Bradykardie (Verlangsamung des Herzschlags), Blutdruckabfall, sowielebensbedrohliche Bronchokonstriktion und -sekretion, und zum andern durchMuskelzittern, Muskelsteife und schließlich Paralyse (Lähmung). DaOrganophosphate auch ins Gehirn gelangen, kommt es durch Stimulation zentralerRezeptoren zu Ataxien, Tremor, Krämpfen und schließlich zum Koma mitAtemlähmung. Es muß so schnell wie möglich gehandelt werden: neben einerintensiven Notfallbehandlung des Patienten wird Atropin als Antidot eingesetzt,je nach Schwere der Vergiftung über mehrere Tage. Thallium-Vergiftung DasSchwermetall Thallium wird ebenfalls zur Bekämpfung von Schadnagern(Rodentizid) eingesetzt und führt bei akuter Vergiftung durch direkte Aufnahmeoder auch durch das Fressen vergifteter Nagetiere zu einer hochgradigenMagen-Darm-Entzündung mit Erbrechen von Blut, blutigem Durchfall, Bauchschmerzenund Futterverweigerung. Vergiftungssymptome treten binnen 1 bis 4 Tagen auf.Atemnot, Zittern, Ataxie und Krämpfe kommen erschwerend hinzu. Die toxischeWirkung von Schwermetallen (z.B. auch Blei, Quecksilber, Arsen) basiert aufproteindenaturierenden Eigenschaften, der Blockade von aktiven Enzymzentren,der Radikalbildung, der Verdrängung von Calcium und der Methämoglobinbildung(Sauerstofftransportsysteme im Blut werden zerstört). Der Erfolg der Behandlungbei einer Thallium-Vergiftung, die durch den Einsatz von Komplexbildnern alsAntidot (Eisenhexacyanoferrat) möglich ist, hängt gravierend vom Zustand desPatienten und der bereits erfolgten Schädigung der inneren Organe (v.a. Leberund Niere) ab. Metaldehyd-Vergiftung Das als Schneckengift ("Schneckenkorn")bekannte Metaldehyd ist durch seinen süßen Geschmack für Hunde und Katzenleider sehr attraktiv, so daß es immer wieder zu Vergiftungen kommt. Auch inBrennstoffen wie Trockenspiritus ist Metaldehyd enthalten. ErsteVergiftungssymptome treten bereits nach 30 Minuten bis wenigen Stunden auf.Beginnend mit starkem Speichelfluß kommt es schnell zu Erbrechen, Unruhe,Koordinationsstörungen, Durchfall, Atemnot, hohem Fieber, Zittern,
Krämpfen, Lähmungen und schließlich zur Bewußtlosigkeit. Da es kein Gegengiftgibt, ist die möglichst schnelle Entgiftung lebensnotwendig. Bereits derTierbesitzer sollte die Maulhöhle seines Vierbeiners kontrollieren und noch ander Maulschleimhaut klebende Metaldehydstücke sofort entfernen. OrganischeKohlenwasserstoffeAls Schädlingsbekämpfungsmittel, v.a. als Insektizid, bekanntist Hexachlorcyclohexan ("Lindan"). Die fettlöslichen Verbindungenkönnen in toxikologisch relevanten Mengen durch die Haut resorbiert werden.Zusätzlich wird einiges aufgrund der Fellpflege durch Ablecken oralaufgenommen. Klinische Symptome setzen binnen weniger Stunden ein und äußernsich in verstärkter Salivation, Durchfall, Fieber, Koordinationsstörungen,gesteigerter Reaktion auf äußere Reize, Muskelzuckungen bis hin zu Krämpfen. Daes kein spezifisches Antidot gibt, hat die Behandlung v.a. zum Ziel, einenweiteren Kontakt und die Resorption des Giftes zu verhindern: Abwaschen desGiftes, Magenspülung, Adsorbentien, Abführmittel. Ethylenglykol Das alsFrostschutzmittel verwendete Ethylenglykol führt wegen seines süßen Geschmacks,der es für Tiere interessant macht, besonders im Winter nicht selten zuVergiftungsfällen. Durch Aufnahme von Ethylenglykol kommt es zurgeneralisierten Schädigung der Kapillare und des Zentralen Nervensystems. Diesich bereits nach 30 - 60 Minuten zeigenden Vergiftungssymptome sind Erbrechen,Benommenheit, Ataxie, Krämpfe, Untertemperatur und schließlich Koma. Bei akutenVergiftungen tritt der Tod durch Herzversagen ein. Chronische Vergiftungen sinddurch Nierenversagen gekennzeichnet. Eine Behandlung kann nur Erfolgversprechen, wenn sie innerhalb weniger Stunden nach der Giftaufnahme erfolgt.Von der Vielzahl der Giftstoffe sind hier wirklich nur die häufigstenVergiftungsursachen beschrieben. Aber sie sehen, welch dramatische und nichtselten tödliche Folgen solche Gifte haben können. Gehen sie deshalb nichtleichtfertig mit giftigen Substanzen um, sondern äußerst vorsichtig undverantwortungsbewußt. Besser noch sie vermeiden ihren Einsatz, wo immer esmöglich ist. Darüber hinaus sollten Pestizide, Chemikalien, Putzmittel,Medikamente und sonstige gefährliche Substanzen nicht nur für Kinder, sondernauch für Tiere unzugänglich aufbewahrt werden! Im Vergiftungsverdacht istschnelles Handeln das allerwichtigste!!! - denn viele Gifte wirken sehrschnell, so dass nicht selten jede Hilfe zu spät kommt oder irreversibleSchäden zurückbleiben. Möglichst schon am Telefon sollte der Tierarzt imNotfall darüber unterrichtet werden, um welches Gift es sich handelt - Gift,Packung und Beipackzettel mitbringen, wie viel von der giftigen Substanzaufgenommen wurde und wie (oral, dermal usw.), wann dies geschah und welcheSymptome bislang aufgetreten sind. Ist nichts über das Gift und dieVergiftungsart bekannt, wird es für den Tierarzt sehr schwierig, denn es gibteinige Tausend möglicherweise giftige Substanzen.
Die Erstversorgung in einem solchen Notfall wird deshalb immer unspezifischeMaßnahmen zur Sicherung der Vitalfunktionen (Freihalten der Atemwege, evtl.künstliche Beatmung, Schockbehandlung, Herz-Kreislauf-Behandlung unterEKG-Kontrolle, Leber- und Nierenschutztherapie, Gehirn- undLungenödemprophylaxe) sein, ferner die Verhinderung einer weiteren Aufnahme(Resorption) des Giftes in den Körper, denn die Entgiftung ist die wirkungsvollstealler Maßnahmen. Erst dann wird man versuchen anhand von Symptomen und derklinischen Untersuchung auf ein bestimmtes Gift zu schließen und gezielt einentsprechendes Gegenmittel (Antidot) einzusetzen. Leider gibt es bei weitemnicht zu jedem Gift das entsprechende Antidot, hier bleibt dann nur diesymptomatische Behandlung des Patienten. Zur Verhinderung der weiterenResorption eines Giftes dienen zur Entgiftung bzw. zur Dekontamination Brech-(Emetika) und Abführmittel (Laxantien), resorptionshemmende Mittel -Adsorbentien (in Abhängigkeit vom Gift z.B. Aktivkohle, Milch, Paraffinöl,Tannalbin), Magenspülungen und Einläufe sowie bei äußerlichem Kontakt sehrgründliches Reinigen von Haut und Haarkleid (Waschen, Scheren). Um bereitsresorbierte und in der Blutbahn befindliche Stoffe rasch aus dem Körper zuentfernen, werden Diuretika eingesetzt und reichlich Flüssigkeit in Form vonInfusionen zum "Verdünnen" und "Ausschwemmen" zugeführt.Leitsymptome einer Vergiftung sind: Bewusstlosigkeit (z.B. Alkohol,Lösungsmittel, Metaldehyd) Erregung, Muskelzittern, Krämpfe, Lähmungen (z.B.Organophosphate, Thallium, Metaldehyd, Chlorierte Kohlenwasserstoffe,Ethylenglykol, Strychnin, Schlangenbiss) Miosis - Pupillenengstand (z.B.Organophosphate) Mydriasis - Pupillenweitstand (z.B. Metaldehyd, Atropin,Stychnin) Salivation - starkes Speicheln (z.B. Organophosphate, Thallium,Metaldehyd, Ethylenglykol, Säuren, Laugen, Arsen, Stychnin) Vomitus, Diarrhoe -Erbrechen, Durchfall (z.B. Organophoshpate, Thallium, Metaldehyd,Ethylenglykol) Zyanose, Dyspnoe - "Blaufärbung" durchSauerstoffmangel, Atemnot (z.B. Organophosphate, Metaldehyd, Kohlenmonoxid,Östrogene) Blutungen, Blutgerinnungsstörungen, Anämie (z.B. Cumarine,Östrogene, Schwermetalle) Koliken - Bauchschmerzen, -krämpfe (z.B.Organophosphate, Thallium, Säuren, Laugen, Arsen) Wichtige Informationen imVerdachtsfall geben auch die Informationszentren für Vergiftungsfälle, z.B.
Über Giftpflanzen wird ausführlich auf der folgenden Seite berichtet:http://www.afghans4u.de/gesundheit/Giftpflanzen.html Kassel:Giftinformationszentrum Tel. 0561/9188188 Mainz: Med. UniversitätsklinikNotfall-Tel. 06131/19240, Tel. 06131/232466 Bonn: Informationszentrale fürVergiftungen Tel. 0228/2873211 Göttingen: Giftinformationszentrum Tel.0551/19240 od. 383180.

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