Das Glück hat einen Namen(Viva) Molly   

           * 10.11.2009    09.02.2010



Molly " Meine Schneekönigin", eine ausgelaugte Zuchthündin

Molly zog am 10. November 2009 bei uns ein.
Sie war völlig entkräftet und in einem elenden, schlechten Zustand.
Sie wurde uns als ehemalige 3-jährige Labrador-Zuchthündin angekündigt, welches sich als Trugschluss herrausstellte. Sie war eine etwa 7-8 jährige ausgelaugte Golden Retriever Zuchthündin.
Als ich sie sah, konnte ich nur ungefähr erahnen, was sie durchgemacht hat und weinte bei ihrem Anblick.
Sie war furchtbar dünn, bis auf die Rippen abgemagert.






Das Gesäuge hing sehr stark und recht schnell fand ich einen recht großen Tumor an einer ihrer Zitzen.
Beide Augen stark entzündet und verklebt mit Eiter. Während wir versuchten den alten Dreck und mief abzuwaschen, entdeckten wir noch mehr Baustellen. Molly hatte schleimigen, blutigen Ausfluss.
Wie erwartet war die Diagnose vom TA niederschmetternd:
- mit dem geschätzten Alter lagen richtig
- Molly hatte einen sehr instabilen Kreislauf
- Eine Pilzinfektion in beiden Ohren und ca. 30 Zecken
- Molly hatte eine Augenentzündung und eine Trübung des linken Auges. Ob die Trübung
vorübergehend ist, musste noch abgeklärt werden. Ursache schien der obere Augenrand zu
sein. Nach innen gerollt und somit liegen die Wimpern auf dem Auge und rieben
ständig auf der Hornhaut.
- Die Haut war in keinem guten Zustand
- Molly war Scheinträchtig, sie produzierte Milch
- Ein größerer Tumor in der Gesäugeleiste
- Molly hatte ebenfalls eine Gebährmutterentzündung,
vielleicht deswegen der schleimige und blutige Ausfluss
- Die Lymphdrüsen waren angeschwollen

Die Nacht nach dem Besuch beim TA war sehr unruhig, ihr Kreislauf brach zusammen, also kam der TA zu uns und sie bekam Infusionen. Zudem nahm der TA auch Blut ab. Molly schlief sehr viel und ließ sich alles gefallen, auch die nächsten Infusionen, die ich ihr anlegte.
Dann ging alles ganz schnell. Molly mußte sofort in die Tierklinik gebracht und gleich am nächsten Morgen operiert werden. Den Grund kannten wir ja, ihre Gebährmutterentzündung, nur leider hatte sie auch einblutungen, so das unser Rüde Ben als Blutspender gebraucht wurde. Sonst hätte sie die Op nicht überstanden.
Die Op am 13.11.2010 verlief ohne Komplikationen und die Gebährmutter sah schlimm aus. Da ihr Zustand noch nicht stabil genug war brauchte sie noch eine Blutspende direkt nach der Op, die vom Hund meiner Freundin kam.



Es dauerte noch sehr lange bis sie über den Berg war und sich erholte. Es gab höhen und tiefs, und wir befürchteten, das wir sie verlieren würden.



Trotz viele Ängste wurde Molly immer mehr Hund, dies zeigte sie uns z.B. als sie ein stück Schokolade nahm, das einsam auf dem Tisch lag.



Molly ging nach vielen Wochen schon vorbildlich an der Leine und vertraute mir ganz und gar. Ihre Interesse an ihrer Umwelt wurde immer mehr, so dass sie oft die verschiedensten Gerüche erschnüffelte.



Sie öffnete sich von Tag zu Tag immer mehr, auch wenn ihre Angst zu fremden Menschen und Autos noch anhielt.
Molly erlebte und genoß zum ersten Mal wie herrlich Schnee in Freiheit sein kann. Sie liebte den Schnne und steckte immer ihre Nase rein. Deshalb nannten sie viele „Unsere Schneekönigin“.












Am 4. Februar sollte Molly noch ein Mal operiert werden. Die Gesäugeleiste samt Lymphdrüsen mußte entfernt werden.

Molly war in einem sehr guten allgemeinen körperlichen Zustand so glaubten wir,
dass wir uns nun für den richtigen Zeitpunkt entschieden hatten.
Molly's Operation verlief ohne Komplikationen. Nach der Operation blieb sie zur Beobachtung eine Nacht in der Klinik.
Wir holten Molly aus der Klinik ab und umsorgten sie, doch ihr Zustand verschlechterte sich.
Wir saßen bei ihr und sahen ihren Kampf, streichelten sie,
wir sahen sie in Liebe an und wussten ganz tief in uns, dass kein Tierarzt ihr das geben konnte,
was sie sich wünschte.

So saßen wir die ganze Nacht bei ihr, sprachen mit ihr und machten ihr Mut sich zu entscheiden.

Sie war ruhig, entspannt und wartete mit uns.

Um 7.11 Uhr am nächsten Morgen schlief Molly dann in meinen Armen für immer ein.

Sie schaute mich noch vorher an und verließ dann diese Welt. Ich verstand diesen Blick.
Ich spürte, dass sie nicht voller Schmerz ging. Sie ging glücklich und zufrieden ihren Weg.
Molly hat für sich selber entschieden zu gehen und ich akzeptiere.
Viele Tage später erinnere ich mich, dass Molly Zeichen setzte und ich bin traurig und glücklich,
dass ich sie erkannt habe und in ihrem Sinne gehandelt habe.
Ich bin Molly unendlich dankbar, dankbar für die Zeit, die wir mit ihr verbringen durften.
Sie hatte ihre Familie schon längst gefunden, und sie konnte sich fallen lassen.
Unser Engel war eine ganz besondere Hündin.


(Dies ist das letzte Bild von Molly vor der OP, bevor sie von uns ging.)


Molly ist ein Beispiel für Tausende von ausgebeuteten Rassehunden, die ihr Dasein im Dunkeln fristen und unsere Aufmerksamkeit und unser Handeln so dringend brauchen.


Ohne die Unterstützung meiner Familie und eine ehemalige Freundin hätte ich alles nicht gemeistert.






Hier haben wir Molly beigesetzt. Ihr Grab liegt unter einer alten Eiche die oben auf einen Hang steht. Es war ein ihrer Lieblingsplätze und wo sie das erste Mal ihre neue Welt erschnüffelte.

Nun konnte sie davon ziehen in die weite, weite Welt. Keiner hält sie mehr gefangen und in unserem Herzen lebt sie immer weiter

Wer Molly`s ausführliche Geschichte lesen möchte, kann es gerne hier:

http://das-leid-der-vermehrerhunde.de/110.html

http://das-leid-der-vermehrerhunde.de/123.html

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