Bille, unser Sorgenkind

Bille ist eine Golden Retriever Hündin, ein "Billigwelpe" mit 4 Monaten zu alt für den  Markt.
Bille stammt aus einer holländischen Vermehrerzucht und wurde von beherzten Tierschützern entdeckt und befreit.
Sie wog mit 4 Monaten nur 3,7 kg-zum Vergleich eine gesunde Hündin im Alter von 2 Monaten wiegt 6-7 kg.
Ihr kleiner Körper war zerschunden, sehr dünnes bis kaum Fell, ihre Haut litt massiv
unter dem Flohbefall / Flohbissen.
Im inneren ihres Körpers sah auch schlecht aus. Giardien  (agressiver Wurmbefall)
der zu starken Durchfällen führte.

Bille war unsicher und ängstlich, ihr Wille die Hölle lebend zu verlassen war dennoch stark genug.
Die ersten Wochen waren anstrengend, sowohl für uns Menschen wie auch für Bille.
Sie kämpfte mit ihrem Körper und wir mit Antibiotika gegen Übergriffe in ihrem Körper.
Noch heute leidet sie ab und zu  ( sicher öfters wie ein "normaler Hund") an Durchfall.

Im Alter von 8 Monaten wurde sie wieder auffällig, sie humpelte und hatte starke Schmerzen.
Auf zum TA mit der weiterempfehlung zum Spezialisten.
Der Befund war eindeutig, beidseitige ED mit starken Ablagerungen.
Wir ließen Bille sofort operieren, um eine Verschlechterung vozubeugen.
Bille hat die OP gut überstanden, jedoch hat sie bis heute schon in diesem jungen Alter Arthrose-Schübe, insbesondere  bei nass-kaltem Wetter mit Schmerzen. Sie kann dann kaum aufstehen und wenn dann unter starken Schmerzen.
Neben den körperlichen Beschwerden mit denen wir und unsere Bille leben können, hat sie auch nie das Seelische Gleichgewicht gefunden.
Bille ist unsicher und sehr devot und in vielen "Angstsituationen" bellt sie auffällig laut, auch wenn sie Menschen und Hunde begegnet.
An Müllcontainer, wenn diese am Strassenrand stehen oder Mopets, geht sie nicht ohne Bellen vorbei oder bleibt starr vor Angst stehen.
Sie ist zarter und kleiner geblieben, die schlechten Haltungsbedingungen in den ersten 4 Lebensmonaten und ihre Krankengeschichte, nahmen ihren Körper die Kraft.
Sie spielt kaum  mit anderen Hunden, sondern zieht sich dann bellend zurück. Unser Rüde ist der einzige mit dem sie ab und an mal im Garten tobt, bis sie dann Schmerzen bekommt und sich dann wieder ablegt.
Aber dennoch hat sie auch viel Freude am Leben, indem sie auch gerne apportiert, wenn es ihre Schmerzen zulassen bzw, auch Wasser mag sie.

In diesem Zusammenhang will ich auch nicht die Mutter-Hündin von Bille vergessen, wer weiß der wievielte Wurf es für sie war und wie es um ihre Kraft bestellt war.

 

Wie das Leben so spielt.

Unsere Bille sollte mal wieder nicht verschont werden.  

Bille hat Schmerzen. Bei Belastung, die bei jedem jungen gesunden Hund keine Belastung darstellt, verliert sie ihre Hinterläufe. Sie ist nicht in der Lage aufzustehen und zu laufen, die Hinterläufe bleiben einfach liegen.

 

Vor nicht allzu langer Zeit meinte unser TA,  er kann so nichts erkennen und Bille läuft ja noch „rund“. Er möchte noch eine gewisse Zeit abwarten  und nicht vorschnell röntgen.

Wir warteten also, allerdings hatte wir schon ein wenig Angst um sie, was mag Bille nun schon wieder haben und die Sorge, das es vielleicht wieder eine nicht einfache Geschichte werden könnte.

Dann knickte sie nach  mehreren Wochen wieder ein und wieder zum Tierarzt. Leider kam ein niederschmetternder Befund, der selbst unseren Tierarzt sehr schockte da Bille erst 4 Jahre alt ist.

Der Befund „Spondylose“ im fortgeschrittenen Stadium.

 

Spondylose: 

Bei an Spondylose erkrankten Hunden bilden sich besonders vorne an den Wirbelkörpern knöcherne Zacken, die von oben und von unten über die Bandscheibe wachsen. Diese Zacken können so lang werden, dass sie zwei hintereinander liegende Wirbel über die Bandscheibe hinweg verbinden. Es kommt zur knöchernen Überbrückung der Wirbelzwischenräume (in denen die Bandscheiben liegen), was am Ende zur Versteifung einzelner Abschnitte der Wirbelsäule führt. Hauptsächlich betroffen sind dabei die Brust- und die Lendenwirbelsäule.

 

Bei Bille ist die Lendenwirbelsäule betroffen,  die ihr mächtig Schmerzen bereitet und sie nicht mehr in der Lage ist aufzustehen.

 

Zwischenzeitlich für 1  Woche bekam sie Metacam Saft, den wir aber nun langsam wieder absetzen, da es ihr wieder schon sehr gut geht. Metacam wird sie auch weiterhin nach Bedarf benötigen.

Unterstützend bekommt sie Traumeel Vet und Zeel.

Wie es mit Bille weitergeht wissen wir noch nicht. Es kommt immer wieder etwas dazu.


12/2011

Bille wurde mittlerweile einem Speziallisten vorgestellt und bekam eine Goldakupunktur. Zuerst zeigte sich eine Besserung,nur leider verschlechterte sich ihr Zustand wieder, so das wir zu der Einsicht gekommen sind, das es ihr nicht den erwünschten Erfolg brachte.
Sie hatte oft noch Schmerzen und kam hinten nicht hoch, das wir hin und wieder Medikamente einsetzten mußten. Aber nun seit 4Monaten erkennen wir Bille nicht wieder. Sie läuft rund und ist schon seit längerem Schmerzfrei. Sie genießt wieder ihr leben und spielt sogar wieder. 



Bille ist für die Diagnose Spondylose einfach noch zu jung.

Billes Schicksal ein Vermehrerwelpe zu sein, holt sie und uns immer wieder aufs Neue ein.
Gemeinsam werden wir auch dies wieder stemmen und ihr zur Seite stehen.




Zum vergleich ein Bild von Bille und von Holly von einer VDH- Zucht im Alter von 4 Monaten.
Und nun beide im Alter von 3 Jahren.
Vielen Dank an Bettina, die mir die Bilder von ihrer Hündin zur Verfügung gestellt hat.


An dieserStelle möchten wir uns auch bei unsere lieben Freundin Carmen bedanken,  die  uns immer mit Rat und Tat unterstützt und beigestanden hat. Sie war immer für uns da, hatte immer ein Ohr für uns , wenn der Schuh drückte. Danke Carmen!




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